Die Geschichte der Bademode

Badebekleidung bedeckte im Wandel der Jahrhunderte in wechselhaftem Ausmaß die Körper der Badenden. Heute tragen Männer meistens Badehosen oder Shorts und Frauen Badeanzüge und natürlich die zweiteilige Abwandlung namens Bikini. Selbigen gab es übrigens schon in der Antike, während unter Männern damals noch das Nacktbaden verbreitet war.

Die Renaissance der Badekultur

Nach dem Untergang des römischen Reiches verschwand die Badekultur für mehrere Jahrhunderte. Nach einem kurzen Comeback in Form der Badestuben, die zwischen dem 8. und 13. Jahrhundert weit verbreitet waren, verschwand die Badekultur schon wieder von der Bildfläche. Das hing wohl auch damit zusammen, dass man damals annahm, gemeinsames Baden würde die Syphilis übertragen. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde gemeinsames Baden wieder zelebriert.

Die Bademode der Damen

Bevor weibliche Badegäste in knappen Bikinis und String-Tangas die Strände unsicher machen konnten und Badeshorts Herren wie auch Damen kleideten, musste viel Zeit vergehen. Im 19. Jahrhundert waren Badeanzüge eigentlich Badekleider und verhüllten den gesamten Körper. Diese Ganzkörperbedeckung war zu Beginn des öffentlichen Badebetriebes für Frauen und Mädchen strikte Pflicht und führte auch dazu, dass die schweren Kleider die Frauen manchmal in die Tiefe zogen und sie gerettet werden mussten.

Zur Jahrhundertwende wurden die Beinkleider dann endlich kürzer und die Schwimmerin Annette Kellerman, die auch als „Australian Mermaid“ und „Diving Venus“ bekannt war, setzte den ersten einteiligen und eng anliegenden Badeanzug aus Wolle und Baumwolle durch. Dafür wurde sie zwar 1907 noch wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verhaftet, doch ihre Argumente waren schlagend und das Baden für Frauen wurde ab diesem Zeitpunkt praktischer und (was noch viel wichtiger ist) sicherer. Die typische Damen-Badebekleidung des 20. Jahrhunderts war der einteilige Badeanzug. In den 50ern hielt dann auch der Bikini Einzug in die Badeanstalten und heute gibt es sogar Microkinis, die eigentlich nur noch die Schamlippen und die Brustwarzen bedecken.

Die Bademode der Herren

Männer hatten es mit der Bademode nicht so schwer. Zwar gab (und gibt) es auch Badeanzüge für Männer, doch schon sehr schnell etablierte sich die Badehose in verschiedenen Variationen und Schnitten. Die ersten Badehosen wurden in den 30ern in Amerika noch mit Gürtel getragen, was heute einen gewissen Retro-Schick hat. Heutzutage kleiden vor allem Badeshorts Herren an den Stränden und in den Badeanstalten. Diese stammen ursprünglich aus der Surfkultur und werden auch „Trunks“ genannt. Für Schwimmsportarten eignen sie sich nicht, da sie durch ihre lose Sitzweise eine bremsende Wirkung haben. Profischwimmer tragen meist spezielle Anzüge oder einfach Badehosen.